Ortsgeschichte

 

Direkt an der Vils, eingebettet in saftige Wiesen und fruchtbares Ackerland, liegt der schöne Ort “Adldorf”, südlich und nördlich jeweils von einer Hügelkette flankiert. Adldorf, an der sogenannten Vilstalstraße, hatte früher neben der Gräflichen Brauerei auch eine Molkerei,Gärtnerei und viele Handwerksbetriebe im Ort. Dominierend war und ist bis heute jedoch die Landwirtschaft. Verschwunden sind in den letzten Jahren 2 Bäckereien, 1 Sattler-Tapezierbetrieb, 2 Schuhmacherbetriebe, 1 Metzger, 1 Mühlenbetrieb, 1 Wagnerei und eine Huf-und Wagenschmiede. Auch der Molkereibetrieb wurde aufgelöst und von einer Großmolkerei übernommen. Die meisten dieser Betriebe wurden infolge des so rasch um sich greifenden Wirtschaftsaufschwungs verdrängt oder es gab keine Nachfolger für diese kleinen Handwerksbetriebe.

Über die Gründung des Ortes selber liegen keine Urkunden vor, so daß auch keine genaue Zeitangabe gemacht werden kann. Zum ersten Mal wird im Jahre 1204 in den Ministeralien zu Niederalteich der Name Arlendorf - nach einem Eggerich v.Arlendorf erwähnt, und zwar in dem Verzeichnis der Lehensträger. In einer Vermächtnisurkunde der Leiblfinger wird 1304 wiederum der Ort Arlendorf erwähnt.

Adldorf war einst von den Herzögen dem Kloster Niederalteich verliehenes Lehen. Das Kloster zog jedoch dies Lehen später wieder ein und verlieh es an Edle und herzögliche Dienstmänner. Der Reihe nach kann man in Adldorf als Besitzer finden: Die Leiblfinger als herzögliche Lehensträger, dann die Herren v.Eschlbeck. Um 1410 wird ein Otto von Eschlbeck als Besitzer von Adldorf genannt. 1483ging der Besitz an Sebastian von der Alben über, welcher Marschall des Fürsten zu Passau war. Dieser Ritter von der Alben war nur kurze Zeit auf Adldorf, denn nun finden wir das Geschlecht der Schöllner. Diese Schöllner verkauften dann Besitz in Adldorf im Jahre 1541 an Herzog Ludwig von Bayern. Dieser Herzog wiederum überließ den Besitz drei Jahre später einem Stinglheimer als Lehen. Als Nachfolger dieses Stinglheimers kommt dann dessen Schwiegersohn Siegmund Kraus, welcher aber das Schloß verfallen ließ. Die Erben von Kraus verkauften dann das Schloß und die Besitzungen gingen im Jahre 1602 an den Grafen Hartlieb von Fränking, welcher das Schloß ganz niederreissen und neu erbauen ließ. Dieses neu erbaute Schloß wurde aber Ende des 30jährigen Krieges durch die Schweden niedergebrannt. Graf v.Fränking hat es aber ein zweites Mal neu aufgebaut. Durch Verkauf des Besitzes Adldorf gelangte dann alles an die Grafen Tattenbach von Baumgarten. Nach dem Ableben dieses Grafengeschlechtes gelangten die Besitzungen an eine Tattenbach’sche Nebenlinie, und zwar im Jahre 1821 an die Grafen von Arco auf Valley. Am 31.12.1906 wurde das schöne Schloß wiederum ein Raub der Flammen. Ein Jahr später wurde es aber wieder - und zwar nach heutigem Stil - neu aufgebaut. Derzeitige Besitzerin des Schlosses und der Besitzungen von Adldorf ist Monica Gräfin von Arco auf Valley, Otto Graf von Arco auf Valley verstarb am 03.September 1989.

Das Schloß ist durch einen Bogengang mit der Kirche verbunden. Die Kirche, der Unbefleckten Empfängnis Mariens geweiht, wurde von den Grafen von Fränking erbaut und von ihm auch im Jahre 1616 ein Benefizium gestiftet. Die Kirche von Adldorf zählt mit zu den schönsten Kirchen im Vilstal. Von 1808 bis zur Gemeindereform im Jahre 1973 war Adldorf eine selbständige Gemeinde und es gehörten auch die Orte Prunn, Rohrbach und Wannersdorf mit vielen Einöden dazu. Letzter Bürgermeister war Nepomuk Jahrstorfer aus Wannersdorf und der Gemeindeschreiber - seit 1945 - war Georg Holzer.

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